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Ratgeber: Darf mich mein Chef während der Arbeit filmen?

Eine Frage die sich viele Arbeitnehmer stellen: Darf mich mein Chef während der Arbeit – und das noch unangekündigt – filmen? Immerhin könnte damit ja nicht nur ein möglicher Diebstahl, sondern auch das kleine Nickerchen nebenbei aufgezeichnet werden. Auch könnten mögliche Verstöße gegen den Arbeitsvertrag so schnell aufgedeckt werden. Aber: Darf mein Chef während der Arbeit via Videoüberwachung aufzeichnen?

Die gute Nachricht zuerst: Ohne die Erlaubnis des Arbeitnehmers geht erst mal gar nichts! Weder im privaten Bereich – noch im öffentlichen Raum (wie zum Beispiel am Arbeitsplatz). Denn auch am Arbeitsplatz müssen Sie die Videoüberwachung vorher absegnen, ob beobachtet werden darf… oder eben nicht.

Filmt Sie ihr Chef während der Arbeit, so drohen ihm Strafen von bis zu 400.000 EURO. Das hat erst kürzlich das Oberlandesgericht in Nordrhein-Westfalen entschieden. Arbeitnehmer haben in bestimmten Fällen sogar Anspruch auf eine Entschädigungszahlung .

Ausnahmen bei der Videoüberwachung am Arbeitsplatz

Eine vereinzelte Ausnahme gibt es jedoch: Ihr Arbeitgeber hat einen konkreten Verdacht. Und genau das ist die schlechte Nachricht. Die Beweispflicht liegt zwar beim Kläger, jedoch ist die Begrifflichkeit „Verdacht“ sehr schwammig.

Darüber hinaus dürfen sicherheitsbedürftige Orte, wie der Tresor oder die Kasse, von Haus aus Überwacht werden. Jedoch nur dann, wenn der Ort nicht über andere Wege (zum Beispiel ein Kassenbuch oder ständige Anwesenheit von mindestens zwei Personen) abgesichert werden kann.

Darf ich mein privates Anwesen problemlos Filmen?

Auch die Videoüberwachung des eigenen Hauses ist nicht immer ganz so einfach. Grundlegend ist es erlaubt, die eigenen vier Wände mit einer Videoüberwachungskamera auszustatten. Jedoch darf das Objektiv keine öffentlichen aufzeichnen. Die Straße vor dem Haus oder der Garten des Nachbars ist damit Tabu!

Moderne IP-Kameras verfügen aber über sogenannten Privatzonen Markierungen. Damit lassen sich definierte Bereich in der Software der Kamera unkenntlich machen. Außerdem empfiehlt es sich, auf eine feste Kamara zu bauen. Damit kann der Nachbar nicht behaupten, dass sein Grundstück trotzdem aufgezeichnet wird.

Wann darf im öffentlichen Raum gefilmt werden?

Diese Situation kommt wohl jedem bekannt vor: Man betritt das örtliche Schwimmbad und sieht Videokameras im Bereich der Umkleidekabinen. Ist das erlaubt?

Natürlich nicht! Doch immer wieder sieht man Videoüberwachungskameras in intimen Bereichen. Das klingt nun erstmal verrückt. Doch es entspricht der Wahrheit. Unter Umständen ist dies legal!

Jede Art und Weise von Videoüberwachung unterliegt dem Recht der informellen Selbstbestimmung jeweiliger Personen. Von Grund auf darf jede Person selbst bestimmen, wer und was über wen weiß. An öffentlichen Räumen greift das Bundesdatenschutzgesetz. Öffentliche Plätze dürfen also überwacht werden, sofern sie die Aufgabenerfüllung öffentlicher Stellen oder die Einhaltung des Hausrechts sichern.

Heißt konkret: Kameras dürfen aufgestellt werden, wenn sie zur Verhinderung oder Aufklärung von Straftaten dient. Ist eine Kamera versteckt positioniert, muss am Eingang ein entsprechendes Schild angebracht sein (Hinweispflicht in öffentlichen Räumen).

Weitere Fragen zum Thema Videoüberwachung zuhause oder an öffentlichen Plätzen? -> Schreibt sie gerne in die Kommentare!



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